Christines Blog

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Gedanken macht man sich immer. Manche führen in eine Sackgasse, andere wiederum in Abgründe. Einige andere jedoch führen uns weiter, manchmal bis zu einem Ziel.

Lassen Sie sich entführen.

Alles Gute und lebe hoch!

Kürzlich hatte ich Geburtstag. Ich wurde 55 Jahre, eine Schnapszahl.

Es werden also im allgemeinen ein paar Gäste erwartet, wenn der Tag, so wie bei mir, auf einen Wochentag fällt, kommt vielleicht gar keiner. Es rufen einige Leute an, viele schicken Nachrichten per WhatsApp, einige wenige schreiben eine Karte.

Ansonsten verläuft es ganz normal und ruhig. Fast wie jeder andere Tag.

Aber es gibt einen großen Unterschied. Ganz gewaltig, um genauer zu sein. Jedes Jahr am 2.2. freue ich mich wie ein kleines Kind, wie ein Schneekönig und wie Bolle, dass ich Geburtstag habe. Klingt albern, ist es vielleicht auch, aber mir ist es schnuppe.

Wenn ich am 2.2. unterwegs bin, einkaufen, tanken, beim Bäcker, spazieren, im Café…jedem möchte ich am liebsten auf die Nase binden, dass heute mein Geburtstag ist. Und ich grinse die ganze Zeit wie ein Honigkuchenpferd.

Wahrscheinlich handelt es sich um kindliche Erinnerungsfetzen, Assoziationen voller Freude, Negerkuss-Wettessen und Topfschlagen. Für einen Tag der Star sein, in der Schule, beschenkt werden, Kuchen essen, Gäste empfangen – was gibt es Schöneres?

Ich hoffe, dass mir diese Freude am eigenen Geburtstag niemals abhanden kommt. Bisher hatte ich noch keine echte Krise mit dem Älterwerden und den dazugehörigen Symptomen wie Falten, Arthrose oder abnehmender Toleranz gegenüber Alkohol.

In Würde altern. Darin steckt soviel. Erst einmal gehört dazu, den Prozess des Älterwerdens zu akzeptieren. Und sich dann den veränderten Gegebenheiten anzupassen. Es ist, wie es ist und immer war. Früher habe ich 6 Stunden durchgetanzt, heute schaffe ich nur noch 2. Höchstens. In guten Zeiten konnte ich drei Mann unter den Tisch trinken. Und heute? Reden wir besser nicht darüber.

Veränderung gehört zum Leben dazu. Und ich mag körperlich abbauen und an Fitness verlieren, Stück für Stück. Jedoch bedeutet das noch lange nicht, dass ich nun unglücklich werde und lamentiere, wie gut es mir früher ging.

Nein. Ich weiß nämlich auf der anderen Seite, dass ich Dinge gewonnen habe im Vergleich zu früher: Erfahrung, Reife, Gelassenheit, Ruhe, Bodenhaftung.

Aufwiegen kann man das nicht miteinander. Aber tauschen möchte ich auch nicht mehr. Neee, danke!

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